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Wie nutzen unsere österreichischen Partner*innen das Coaching von Schüler*innen/Jugendlichen und die Berufsberatung?

Dez 18, 2022

Im Rahmen der Umsetzung des Projekts „Promoting VET in computer, electrical/electronic and mechanical engineering to reduce skills mismatch – ProCEM“ (2021-2-HR01-KA210-VET-000050927), das im Rahmen des ERASMUS+ Programms finanziert wird, besuchten die Vertreter*innen der kroatischen Projektpartner*innen AEI Praxis, Technical School Karlovac und Croatian Employment Service – Regional Office Karlovac ihre österreichischen Partner*innen in Wien, ÖSB Consulting, in der Zeit vom 25. bis 28. April 2022. Ziel war es, die besten Praxisbeispiele im Bereich Jugendcoaching und -beratung, in dem unsere österreichischen Partner*innen über viel Erfahrung verfügen, vorzustellen. Die in Wien vorgestellten Praktiken betrafen die Arbeit mit Jugendlichen im Bereich Jugendberatung/Coaching und Berufsorientierung.

Im österreichischen Bildungssystem ist das Schulsystem in die Volksschule (Klassen 1-4), die erste Sekundarstufe (Klassen 5-8), die zweite Sekundarschule (Klassen 9-14) und die höhere Bildung (BA und MA) unterteilt. Die Sekundarstufe umfasst die integrative Schule, die integrative Berufsschule, die berufsbildende Schule (Unter- und Oberstufe), das Gymnasium und die medizinische Schule. Das Bildungssystem umfasst auch die Erwachsenenbildung. Mit dem Abschluss der weiterführenden Schulen erwerben die Schüler*innen die erste Qualifikation und das Recht, sich für höhere Bildungsstufen (BA, MA, PhD) einzuschreiben.

In Österreich können nicht nur Schüler*innen, sondern auch andere gefährdete Gruppen von Jugendlichen Jugendcoaching in Anspruch nehmen. Das Jugendcoaching wird vom Sozialministeriumservice finanziert und existiert seit 2012. Es bietet zum Beispiel jungen Menschen, die die Schule abgebrochen haben und von Ausgrenzung bedroht sind, eine Beratung an, um sie bei der Entscheidung über ihren weiteren Bildungs- und Berufsweg zu unterstützen. Es richtet sich an junge Menschen über 15 Jahre und hilft ihnen bei der Lösung von Fragen wie der Frage, ob sie die Schule abbrechen sollen, welche Art von Beruf sie interessiert, wo sie Unterstützung finden können usw. Es bietet individuelle Unterstützung, bis eine nachhaltige Integration in ein weiterführendes Bildungssystem oder den Arbeitsmarkt erreicht ist. Die Beratungsdienste umfassen auch die Unterstützung der Jugendlichen in den persönlichen und sozialen Problembereichen, die ihre Fähigkeit, ihre Ausbildung abzuschließen, beeinträchtigen können. Die Grundsätze des Jugendcoachings basieren auf dem Prinzip der Freiwilligkeit aller Beteiligten, auf einem Vertrauensverhältnis und einer ressourcenorientierten Arbeit mit den jungen Menschen. Die aktive Einbeziehung des sozialen Umfelds der Jugendlichen wird angestrebt und die Coaches/Berater*innen helfen den Jugendlichen, sich ihrer eigenen Fähigkeiten und Fertigkeiten bewusst zu werden, ihre beruflichen Interessen zu finden und genaue Informationen über ihren zukünftigen Bildungsweg zu erhalten.

Das Coachingsystem ist in drei Stufen unterteilt, die alle von qualifizierten Berater*innen geführt werden:

  1. Stufe 1 – Erstes Gespräch: Hier erhalten die Bewerber*innen allgemeine Informationen. Wenn sie mehr Unterstützung benötigen, gehen sie zu Stufe 2 oder 3 über.
  2. Stufe 2 – Beratung: In dieser Phase haben die Bewerber*innen etwas mehr Zeit, um die folgenden Fragen zu klären:
  • Willst du weiter zur Schule gehen?
  • Welcher Beruf interessiert dich?
  • Gibt es etwas, das Ihnen das Lernen oder Arbeiten erschwert?
  1. Stufe 3 – Unterstützung: Diese Phase kann bis zu einem Jahr dauern. Die Bewerber*innen können praktische Erfahrungen in der Arbeitswelt sammeln und erhalten einen Bericht mit klaren Empfehlungen für ihre Zukunft.

Jugendcoaching ist wichtig, um einen frühzeitigen Schul- und Ausbildungsabbruch und damit ein niedriges Qualifikationsniveau zu verhindern, junge Menschen möglichst bis zum Alter von 19 Jahren in der allgemeinen und beruflichen Bildung zu halten und junge Menschen außerhalb des Schulsystems wieder einzugliedern und mit ihnen gemeinsam geeignete Perspektiven zu entwickeln. Es ist auch sehr wichtig für die Stärkung des Selbstbewusstseins der jungen Menschen, da dies für ihre erfolgreiche Arbeitssuche von entscheidender Bedeutung ist. Das Modell ist sehr erfolgreich und führt zu positiven Ergebnissen.